Gute Vorsätze und Sinnkrise

Veröffentlicht auf von Werner

Heute an Nikolaus rückt nicht nur Weihnachten, sondern auch Silvester und damit der Beginn eines neuen Jahres näher. Ich bin kein abergläubischer Mensch und denke auch nicht, dass bei einem Jahreswechsel alles anders wird, aber besonders in diesem Jahr mache ich mir schon einige Gedanken um gute Vorsätze für 2011. Ich habe so viel Zeit zum reflektieren, dass sich der Gedanke, was man denn so ändern könnte, unausweichlich aufdrängt. Andererseits habe ich in den letzten Monaten seit meiner Pensionierung schon so viel verändert: Ich ernähre mich bewusster, mache mehr Sport, habe mir geistige Herausforderungen gesucht und auch unser Haus will ich in neuem Glanz erscheinen lassen. Finanziell habe ich fürs Alter vorgesorgt, meine Kinder sind erwachsen und wohlauf und auch gesundheitlich geht es mir gut...manchmal finde ich es schon fast beängstigend, wie gut es rundum läuft und wie geregelt alles ist. Denn im Grunde dreht sich das ganze Leben doch stets darum, auf ein bestimmtes Ziel hinzuarbeiten. Sobald wir nichts mehr an unserem Leben verändern wollen, fragt man sich automatisch, warum man denn noch was machen sollte. Mir fällt also beim besten Willen kein guter Vorsatz ein, den ich für 2011 fassen könnte. Wie immer, wenn ich nachdenklich werde, habe ich mich im Internet informiert, was andere Menschen in meinem Alter udn meiner Situation denn so machen. Viele reisen bewusst mehr, weil sie endlich das Geld und die Zeit haben, die Welt zu erkunden. Doch so lange meine Frau noch arbeiten, sehe ich keinen Anreiz darin, durch die Welt zu pilgern. Manchmal habe ich schon ein wenig Angst davor, in eine Sinnkrise zu fallen, obwohl ich überhaupt kein depressiver Mensch bin. Allerdings ist so etwas auch eine wunderbare Möglichkeit, sich neu zu definieren. Ich bleibe also optimistisch!

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