Das Beste kommt zum Schluss

Veröffentlicht auf von Werner

Ich denke, ich spreche vielen aus der Seele, wenn ich sage, dass mich die Vorweihnachtszeit bisweilen etwas nachdenklich stimmt. Dieses Jahr ist es besonders schlimm, da ich als Frührentner nicht mehr dem ganzen Trubel und Arbeitsstress augesetzt bin wie ich ihn noch bei meiner Frau beobachten kann. Ich habe gestern mit meiner Tochter länger telefoniert und sie schien mir ein wenig frustriert zu sein. Sie berichtete mir lange von ihrem stressigen Arbeitsleben und von dem Gefühl, Erwartungen und Anforderungen nicht gerecht werden zu können. Auch die Medien berichten, dass die Arbeitswelt sich immer schneller dreht, der Druck auf Mitarbeiter steigt und Überstunden selbstverständlich sind. Zu meinen Zeiten ging es zwar noch etwas überschaulicher und ruhiger zu, aber mehr und mehr wird auch mir bewusst, dass ich 40 Jahre lang gearbeitet habe und dabei mein restlichen Leben oft aus den Augen verloren habe. Ich gebe zu, dass ich die Vorstellung, von nun an als Frührentner keine Beschäftigung mehr zu haben, anfangs beängstigend fand. Aber je weiter meine Zeit im Beruf in die Vergangenheit rückt, desto mehr finde ich zu mir selbst und entdecke, was mir Freude macht und was mir gut tut. Viele Leute stehen heutzutage kurz vor einem Burnout und finden nicht die Zeit, sich neu zu sortieren. Mittlerweile bin ich regelrecht froh, von nun an meine dritte Lebensphase aktiv gestalten und ausleben zu können. Das Leben eröffnet einem doch immer wieder neue Möglichkeiten und wie heißt dieser Fim mit Jack Nicholson noch: Das Beste kommt zum Schluss...vielleicht ist da was dran!

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